Amalgam – schädlicher als bisher angenommen

Wie in einer Studie der Universität Freiburg veröffentlicht wurde, ist die Quecksilberbelastung vor allem während der Schwangerschaft ein Risikofaktor für das Kind. Die Forscher vermuten hier einen Zusammenhang mit kindlichen Entwicklungsstörungen und Autismus.

Viele andere Studien bestätigen zudem den negativen Einfluss von Amalgam auf die Gesundheit – selbst dann, wenn die Grenzwerte eingehalten werden. So zeigt eine weitere Freiburger Forschungsarbeit auf, dass die Entwicklung von Alzheimer bei empfindlichen Menschen durch die Quecksilberbelastung begünstigt wird. Studien, in denen Amalgam als sicher eingestuft wird, werden von den Freiburger Forschern in den meisten Fällen als methodisch fehlerhaft eingestuft. Auch erstreckten sich diese oft über einen zu kurzen Beobachtungszeitraum.

Amalgamfüllungen sind eine der Hauptquellen für Quecksilberbelastung im menschlichen Organismus. Bei Studien an Leichen zeigte sich: Amalgamträger hatten eine zehnmal größere Quecksilbermenge in verschiedenen Organen wie Niere, Schilddrüse, Leber und Gehirn. Amalgam kann deshalb „weder medizinisch, arbeitsmedizinisch noch ökologisch als sicheres Zahnfüllungsmaterial angesehen werden“, erklärten Franz Daschner und seine Kollegen vom Freiburger Universitätsklinikum.

Die Forschungsergebnisse aus Freiburg haben maßgeblich dazu beigetragen, die Anwendung von Quecksilber in der EU drastisch zu reduzieren:

So ist nach einer Entscheidung des Umweltministeriums in Schweden seit dem 1. Juni 2009 der Gebrauch von Quecksilber generell verboten. Das bedeutet, dass
quecksilberhaltige Produkte, zu denen auch Amalgam als Zahnfüllungsmaterial gehört, nicht mehr in Schweden vermarktet werden dürfen.

Seit 2008 ist der Einsatz von Amalgam als Zahnfüllmaterial in Norwegen und Dänemark verboten.

Angesichts der Gesundheitsrisiken durch Quecksilber beschloss der Verwaltungsrat des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) im Februar 2009, ein globales Übereinkommen zu entwickeln, das alle Aspekte des Quecksilber-Lebenszyklus behandeln soll. Die entsprechenden Verhandlungen wurden im Januar 2013 abgeschlossen und das Übereinkommen im Oktober 2013 als „Minamata-Konvention“ unterzeichnet. Am 6. November 2013 gab die Regierung der Vereinigten Staaten als erster Staat die Ratifizierung der Konvention bekannt. In Bezug auf Dentalamalgam wurde geregelt, dass alle Vertragsparteien Maßnahmen für einen schrittweisen Verzicht („phase down“) auf den Einsatz von Dentalamalgam treffen müssen.

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In der EU werden pro Jahr etwa 70 Tonnen Quecksilber für Amalgam verwendet. Insgesamt befinden sich etwa 1.300 bis 2.200 Tonnen Quecksilber in den Zähnen von EU-Bürgern.

EU-Bericht über Quecksilber

Die neun Millionen Einwohner Schwedens tragen etwa 40 Tonnen Quecksilber in Form von Amalgamzahnfüllungen, wovon jährlich ca. 100 kg in die Umwelt ausgeschieden werden.

Für US-Amerikaner wurde errechnet, dass sie etwa 1.000 Tonnen Quecksilber in ihren Zahnfüllungen haben.