Leinöl

Leinöl (auch Leinsamenöl) wird aus den reifen Samen von Öllein (Linum usitatissimum) gewonnen. Lein (Flachs) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Schon im Altertum schätzte man diese Pflanze als Heilmittel, und auch Hippokrates verwendete Leinöl innerlich und äußerlich bei vielen Erkrankungen. Hochwertiges natives Leinöl ist auch ein wichtiger Bestandteil der Budwig-Diät (nach Dr. Johanna Budwig).

Aufgrund seines hohen Gehaltes von ca. 60 % ALA (Alpha-Linolensäure) ist Leinöl eines der wertvollsten pflanzlichen Öle (siehe hierzu „Omega-3-Fettsäuren im Überblick“)

ALA kann eine Vielzahl gesundheitsrelevanter Abläufe im Körper günstig beeinflussen. So hat es eine positive Wirkung auf die Elastizität der Adern und kann auch einem hohen Blutdruck entgegenwirken. Herausragend ist auch seine entzündungshemmende Eigenschaft.

Durch den hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) in der Ernährung der Menschen in westlichen Industrieländern findet hier eine ungünstige Überversorgung statt. Das Verhältnis zwischen Omega-6 und Omega-3 liegt hier bei 20:1. Es sollte jedoch ein Verhältnis von 3:1 angestrebt werden, um Entzündungen im Körper entgegenzuwirken. Leinöl enthält nur wenig Omega-6-Fettsäuren (ca.14 %) und hilft so, dieses Ungleichgewicht in Balance zu bringen.

Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff des Leinöls ist das Phospholipid Lecithin. Es ist essentiell für die Bildung der Zellmembranen, und auch unsere Mitochondrien sind auf Bestandteile des Lecithins angewiesen.

Die in Leinöl reichlich vorhandenen Lignane (Phytohormone) wirken ausgleichend auf das Hormonsystem. So können z.B. Wechseljahresbeschwerden durch Lignane gelindert werden.

Da Omega-3 als mehrfach ungesättigte Fettsäure hochreaktiv ist, ist Leinöl nur begrenzt haltbar. Moderne Herstellungsverfahren berücksichtigen dies durch eine Kaltpressung unter Licht und Sauerstoffabschluss (z.B. das Omega-Safe® – Verfahren). Auch die Auswahl der Saat, d.h. beste, keimfähige, gesunde und nicht manipulierte Leinsaat, spielt eine wichtige Rolle bei einem guten Bio-Leinöl.

Aufgrund seines niedrigen Schmelzpunktes von etwa -16 bis -20 °C kann Leinöl ideal im Tiefkühlfach aufbewahrt werden, ohne fest zu werden. Es ist durch das Einfrieren über mehrere Wochen ohne Geschmackseinbußen haltbar. Nach Anbruch der Flasche sollte Leinöl innerhalb von 2-3 Wochen verbraucht werden.

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Frisches Leinöl mit Quark und frischen Kräutern zu Pellkartoffeln ist ein einfaches, köstliches und gesundes Gericht.

Bereits ein Esslöffel hochwertiges Leinöl pro Tag genügt für die Grundversorgung mit der essentiellen Fettsäure ALA und trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei.

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Einen guten Einblick in das Thema bietet auch: „Natives Leinöl – Ein Ausflug ins Blaue“ von Reinhard Jäger (auf truenatureverlag.de als PDF-Download).

Bezugsquellen für Bio-Leinöl sowie Bio-Leinöl + Algen-DHA