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Keine Sojapräparate gegen Wechseljahrsbeschwerden

Nach dem Ende der Hormontherapie Ära wird jetzt verstärkt mit den Pflanzenöstrogenen, besonders dem aus Soja gewonnenen Genistein geworben. Hintergrund hierfür ist, dass Japanerinnen, die viel Soja essen, kaum Wechseljahresbeschwerden kennen und weniger Herzfinfarkte, Osteoporose und Brustkrebs erleiden.

Viele wissenschaftliche Studien belegen jedoch jetzt, dass die isolierten Sojapräparate (auch Isoflavon- Extrakte aus Rotklee) das Schicksal ihrer künstlichen Verwandten teilen. Die untersuchten Präparate bewirkten im besten Falle gar nichts und in neueren Studien zeigte sich sogar, dass die Sojapräparate regelrecht gefährlich sein können, da sie die Zellteilung stören können und damit Krebs mitverursachen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Frauen erst im Alter mit der Einnahme der Präparate anfingen.

Anders sieht es jedoch aus, wenn statt eines isolierten Extrakts die vollständige Sojabohne verzehrt wird. Zu bedenken ist dabei, dass Sojaprodukte oft stark bearbeitet sind und Soja für den Masseneinsatz oft genmanipuliert ist.

Auch hier gilt, dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit möglichst selbstgezogenen frischen Sprossen und Keimlingen den größten Nutzen bringt. Und Nahrungsergänzungen machen dann Sinn, wenn sie, wie beispielsweise bei der Afa Alge, die komplette Matrix aller in der Pflanze natürlich vorkommenden Inhaltsstoffe enthalten.

 

Kein Krebsrisiko durch Cimicifuga-Präprate

Anders sieht es mit Extrakten aus der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) aus. Sie wird bei den Indianern Nordamerikas auch "Black Cohosh" genannt. "Black" = weil die Wurzel schwarz ist und "Cohosh" ist in der Alonquian-Indianersprache ein Ausdruck für die grobe Struktur der Pflanze.

Wissenschaftler von der Abteilung klinische und experimentelle Endokrinologie der Universität Göttingen kommen nach einer Analyse verschiedener Studien zu Phytoöstrogenen zu dem Schluß, dass Extrakte aus der Traubensilberkerze nur auf bestimmte Organe wirken. Mediziner nennen Präparate mit dieser Eigenschaft SERMs (selektive Östrogenrezeptor Modulatoren).

Den Göttinger Forschern zufolge haben Extrakte aus Cimicifuga racemosa eine ganze Reihe von positiven Eigenschaften. Sie:

- verringern Intensität und Häufigkeit der Hitzewallungen
- verbessern Schlaf, Stimmung und vaginale Trockenheit
- lindern Muskel- und Gelenkschmerzen
- fördern den Knochenaufbau
- haben in Tierexperimenten den Blasenwandtonus erhöht
- können darum möglicherweise einer Harninkontinenz vorbeugen
- wirken nicht auf die Uterusschleimhaut (Endometrium)
- d.h.: Sie erhöhen nicht das Risiko für Gebärmutterkrebs

Für die populären Isoflavone-Präparate aus Soja und Rotklee sieht die Bilanz schlechter aus: In Tierexperimenten und an einigen klinischen Fällen hat sich gezeigt, dass Isoflavone eventuell das Risiko für Gebärmutterkrebs erhöhen können. Ob sie die Knochen schützen, ist nicht geklärt: Tierexperimente sprechen dafür, doch in der Klinik gibt es widersprüchliche Befunde.

Besonders eine unkontrollierte und hochdosierte Selbstmedikation mit Isoflavonen kann sich als schädlich erweisen, warnen die Göttinger Wissenschaftler. "Denn Isoflavone sind stark wirksame Substanzen mit bislang noch nicht ausreichend definierten Wirk- und Nebeneffekten."

Fazit: Phytoöstrogene in Form komplexer Lebensmittel (also nicht als Extrakte) aufzunehmen, verbessert die verschiedensten Wechseljahresbeschwerden und gewährleistet einen Schutz vor Überdosierung. Darüberhinaus können in Absprache mit dem behandelnden Therapeuten Extrakte der Traubensilberkerze sinnvoll sein.


 

Soja als vollständige Pflanze kann hilfreich sein, die isolierten Isoflavone in Soja-Extrakten sind jedoch kontraproduktiv!

Auch der Nutzen der Soja- pflanze im Allgemeinen wird jedoch zunehmend kritisch gesehen, wie in diesem Zeitungsartikel deutlich wird.

Als Lebensmittel (z.B. Tofu oder Sojamilch) kann Soja genauso sinnvoll sein, wie viele andere Lebensmittel in denen auch pflanzliche Hormone enthalten sind (z.B. Bohnen, Obst, Gemüse, Beeren, Brokkoli, Vollkorngetreideprodukte, Leinsamen, Alfalfasprossen und alle anderen Keimlinge).

Aufgrund gelegentlicher Mel- dungen zum Zusammenhang von Cimicifuga-Präparaten mit Leberfunktionsstörungen hat die Europäische Arzneimittelbehör- de (EMEA), mit Sitz in London alle 42 weltweit registrierten Verdachtsfälle gesichtet und ausgewertet. In lediglich zwei Verdachtsfällen sieht das Expertengremium der EMEA einen ursächlichen Zusammen- hang zwischen der Anwendung eines Cimicifuga-haltigen Produktes und dem Auftreten einer Lebererkrankung als wahrscheinlich an. In zwei weiteren Fällen erscheint der Zusammenhang als möglich.

In keinem einzigen Fall ist ein ursächlicher Zusammen- hang zwischen Trauben- silberkerzeneinnahme und Lebererkrankung sicher nachzuweisen.

Entwarnung auch bei Mönchspfeffer

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