Vorbeugen ist besser als Heilen

Wie die Kapitel zu Beginn des Buches gezeigt haben, sollte die Vitalstoffversorgung auch beim gesunden Menschen Beachtung finden, denn sonst können früher oder später Mangelerscheinungen auftreten.

Der Tenor von Presseveröffentlichungen zu diesem Thema ist bereits im Wandel. So titelte der Ärzteverbund Wuppertal e.V. unter „Aktuelles“ im Juni 2014: „Unzureichende Vitaminversorgung in Deutschland – Das Robert-Koch-Institut bestätigt Untersuchungen der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik“.[53]

Neben den Vitalstoffdefiziten wurden bereits zu Beginn des Buches drei wesentliche Ernährungssünden als Fazit der Ernährungsberichte deutlich: zu fett (vor allem die falschen Fette), zu süß und zu salzig.

Nachfolgend einige Hinweise zu diesen drei Grundthemen:

Die richtigen Öle

Der Motor unseres Körpers braucht das richtige Öl – besser: die richtigen Öle! Unter Umständen ist hier ein Ölwechsel angesagt, denn im Allgemeinen wird dem zu wenig Beachtung geschenkt. Dadurch entsteht leicht eine Überversorgung mit Omega-6-Fettsäuren, und auch der Anteil ungesunder, gesättigter Fettsäuren ist in unserer Ernährung meist zu hoch.

Abhilfe schaffen hier die Omega-3-Fettsäuren aus Lein-, Hanf-, Walnussöl, Chia-Samen sowie 1 – 2 Kapseln Algen-DHA täglich. Ein wirklich gutes Olivenöl hat ebenfalls einen hohen Gesundheitswert. Hier ist besonders auf die richtige Auswahl zu achten (siehe Seite 46)! Nicht zuletzt gehört auch Bio-Kokosfett in die Liste der Öle, bei denen unsere Zellen „Hurra“ schreien. Ob als Butterersatz auf dem Tomatenbrot oder zum Dünsten von Gemüse mit asiatischen Gewürzen – es sollte regelmäßiger Bestandteil unserer Ernährung sein.

Mais-, Soja-, Distel- und Sonnenblumenöl haben in meiner Küche keinen Platz, da sie zuviel Omega-6 enthalten. Wer auf Sonnenblumenöl nicht verzichten möchte, sollte High-Oleic-Sonnenblumenöl verwenden. Hier wurde der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren durch konventionelle Züchtung auf ca. 10 % gesenkt und der Anteil an Ölsäure auf 92 % erhöht. Es hat damit eine ähnliche Zusammensetzung wie Olivenöl, bei weitem aber nicht das unvergleichliche Aroma, das ich nicht mehr missen möchte.

Rapsöl, das früher aufgrund seiner Bitterstoffe und der bedenklichen Erucasäure fast auschließlich industriell eingesetzt wurde, hat durch die Züchtung von Sorten mit geringeren Anteilen dieser Inhaltsstoffe auch als Nahrungsmittel den Weg in die Küche gefunden. Es wird wegen seines hohen Gehalts an einfach ungesättigten Fettsäuren als gesundheitsfördernd angepriesen. Nachteilig ist jedoch, dass es schnell ranzig wird, und es enthält nach der Extraktion häufig Trans-Fettsäuren.

Die richtigen Kohlenhydrate

Das sind Polysaccharide, die den Insulinspiegel so wenig wie möglich hochschnellen lassen. Hohe Insulinspiegel stören die Regenerations- und Reparaturprozesse unseres Körpers und verdoppeln das Risiko für Herzinfarkt, Tumorerkrankungen und Diabetes II. Wir können Süßspeisen statt mit raffiniertem Zucker z.B. mit Birkenzucker oder Kokosblütenzucker süßen. Statt Weizenauszugsmehl sollten wir Vollkornmehl und Produkte aus Vollkorngetreiden zu uns nehmen. Ein glutenfreies Brot kann man auch selbst backen, denn es gibt fertige Bio-Backmischungen z.B. mit Reis, Mais, Hirse und Buchweizen.

Die wichtigste Maßnahme allerdings ist, abends weniger oder keine Kohlenhydrate zu konsumieren!

Das richtige Salz

Für die menschliche Ernährung wird fast ausschließlich Natriumchlorid (Kochsalz) verwendet, das auch in sehr vielen industriell hergestellten Produkten enthalten
ist. Mit einem Konsum von mehr als 10 g/Tag liegen 50 % der Bevölkerung im gesundheitlich bedenklichen Bereich. Statt Natriumchlorid, dass mehr oder weniger ein Abfallprodukt der chemischen Industrie ist, können naturbelassene Salze wie Meersalz oder Himalaya-Kristallsalz verwendet werden. Wer unter Bluthochdruck leidet sollte unbedingt natriumreduziertes Salz nehmen, das 50 % weniger Natrium und dafür mehr Kalium enthält. In erster Linie ist in Bezug auf den Salzkonsum jedoch ein Weniger angesagt!

zum nächsten Kapitel >Welche Vitalstoffe brauchen wir auch bei gesunder Ernährung

Zu den Säulen eines gesundheitsbewussten Lebens gehören ohne Zweifel regelmäßige Bewegung, das Pflegen sozialer Kontakte, Entspannung und genügend Schlaf, gesunde Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen.