Propolis

Propolis, auch Kittharz, Bienenleim oder Bienenharz genannt, ist ein Bienenprodukt, das in der Volksmedizin seit Alters her Beachtung findet. Dabei sind die heutigen Anwendungsbereiche von Propolis weitgehend identisch mit denjenigen im Altertum und Mittelalter. Wissenschaftliche Analysen ermöglichen einen neuen Blick auf diesen wertvollen Naturstoff.

Ursprung
Die Honigbiene (Apis mellifera) sammelt von den Knospen und Baumrinden der Pappeln, Kastanien, Weiden, Birken, Kiefern, etc. die klebrigen Harze und vermengt sie mit Wachs, Pollen und eigenen Speichelsekreten. Daraus entsteht ein hochwirksamer Baustoff, die Propolis. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Verteidigungssystem der Stadt“. Denn mit Propolis wird der Bienenstock zum einen gegen Zugluft und Feuchtigkeit abgedichtet, zum anderen bauen die Bienen am Einflugloch ihres Bienenstockes vermehrt Kittharz, die jede Biene beim An- oder Abflug passieren muß. Diese Art „Fußmatte“ wirkt hier wie eine Desinfektionsschleuse gegen Bakterien, Viren und Pilze. Damit entwickelten die Bienen in ihrer über 40 Millionen Jahre dauernden Artgeschichte die beachtliche Möglichkeit, ein gesundes Zusammenleben von 50 – 60 000 Individuen in einem Stock zu gewährleisten. Und was die Bienen vor Krankheit schützt, kann auch den Menschen hilfreich sein.

Entdeckung als Heilmittel
Das erkannten auch die Kulturen im Altertum. Den Ägyptern und Skythen diente Propolis zum Einbalsamieren der Toten. Im antiken Griechenland und Rom wurde sie hauptsächlich für medizinische Zwecke verwendet. So schätzte der griech. Philosoph und Naturwissenschaftler Aristoteles die heilenden Eigenschaften der Propolis besonders bei Quetschungen, Hautkrankheiten und eitrigen Wunden. Ihre antibiotische Wirkung war auch den Inkas bekannt, die sie als natürliches Antibiotikum bei fiebrigen Infektionen einsetzten. Es gäbe zahlreiche Beispiele anzuführen. Als Wunddesinfektionsmittel wurde Propolis sowohl von röm. Militärärzten, als auch in den Napoleonischen Kriegen, im Burenkrieg und in Rußland im Zweiten Weltkrieg verwendet. Der wissenschaftlichen Erforschung von Propolis schenkte man in Rußland, Rumänien und Bulgarien viel früher Beachtung als bei uns. Mittlerweile gibt es zahlreiche Literatur zum Thema Propolis und aktuelle Forschungsergebnisse werden u.a. regelmäßig bei den internationalen Apitherapie-Symposien präsentiert.

Wirkstoffe und Eigenschaften
Der rumänische Arzt Dr. Stefan Stangaciu führt in seinem Buch „Sanft heilen mit Bienenprodukten“ die besondere Bedeutung von Propolis auf die folgenden Inhaltsstoffe zurück: Propolis enthält vor allem BVitamine, auch C, E und Biotin, zahlreiche Spurenelemente und Mineralstoffe, wie z.B. Eisen, Kupfer, Chrom, Zink, Mangan, Vanadium, Silizium sowie Spuren essentieller Aminosäuren, Enzyme und äther. Öle. Die besonderen Wirkstoffe sind aber die Flavonoide, welche im Krankheitsfall regulierend in den Zellstoffwechsel eingreifen und das natürliche Abwehrsystem stärken.

Die Apitherapie-Forschung (Apitherapie = Heilbehandlung mit Bienenprodukten) verweist auf über 70 medizinische Eigenschaften der Propolis, die bedeutendsten davon sind:

  • entzündungshemmende Eigenschaften
  • die Unterstützung der Phagozyten (Fresszellen) im menschlichen Immunsystem
  • Hemmung der schmerzerzeugenden Prostaglandine
  • Bekämpfung freier Radikale und Bindung giftiger Schwermetalle
  • Beschleunigung der Wundheilung
  • Stärkung des Immunsystems und Schutz vor Infektionen, wie z.B. Erkältungen
  • Stärkung der Blutgefäße und Zellmembranen und viele mehr

 

Anwendung von Propolis
Schon die antiken Autoren Varro, Plinius und Dioskorides (100 n. Chr.) berichten ausführlich über die Anwendung von Salben mit Propolisbestandteilen zur Linderung von Muskelschmerzen und bei vereiterten Dornen und Splittern in der Haut. Wegen der rasanten Entwicklung in der Pharmazie und deren Forschung gerieten die alten Volksheilmittel in Vergessenheit, doch Forscher im Osten (z. B. ehem. UDSSR, Slowenien, Rumänien), untersuchten Propolis genauer und die antibiotische Wirkung konnte bestätigt werden.

Propolis kann vorbeugend zur Unterstützung und Verstärkung der körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) und zur äußeren Behandlung bei der Mund- und Körperpflege angewendet werden. In erster Linie findet es jedoch Anwendung bei allen Krankheiten, die durch Bakterien, Keime oder Vieren verursacht werden. Ist bei akuten Fällen nicht innerhalb von drei Wochen ein positives Anzeichen zu sehen, dann kann man annehmen, dass die Behandlung nicht helfen wird. Bei chronischen Fällen kann es jedoch weitaus länger dauern. Hier soll sich eine Kur deshalb über mindestens acht Wochen erstrecken.

Bei äußeren Anwendungen (z.B. Abszeß, Akne, trockene Ekzeme, Wunden, Juckreiz, Hühneraugen, Schuppenflechte) soll die Propolistinktur mehrfach täglich auf die befallenen Stellen aufgetragen werden. Wegen der klebrigen Beschaffenheit ist die Propolistinktur auch ein brauchbares Mittel, um Blutungen zu stillen.

Bei Husten und Halsschmerzen, Angina, Mundgeruch gurgeln Sie mit einer Lösung aus 15-20 Tropfen einer Propolistinktur in einem halben Glas warmen Wasser. Anschließend das Gurgelmittel schlucken oder 15-20 Propolistropfen mit Honig einnehmen.

Bei Blasenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündungen, Zahnfleischentzündungen oder Zahnschmerzen: 3x 15-20 Propolistropfen mit Honig einnehmen und vor dem Schlucken einige Zeit im Mund behalten.

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Ähnlich wie Manuka-Honig, nur nicht so wohlschmeckend, sind auch Propolis Tropfen (am besten als alkoholische Lösung) ein natürliches Antibiotikum.

Propolis besteht aus dem Drüsensaft der Bienen, vermischt mit harzigen Überzügen verschiedener Baumknospen. Man träufelt es bei einer Verletzung auf die offene Wunde, es kann aber auch eingenommen werden (bei Grippe, Entzündungen, Halsschmerzen sowie zum Schutz vor Infektionen).

Achtung: Bei nässenden Geschwüren kein Propolis verwenden, da dies das Leiden verschlimmern kann!

Bezugsquellen