Curcumin gegen Alzheimer & Krebs

Kurkuma, auch Gelbwurz oder Turmeric genannt, ist ein wichtiges Mittel in der ayurvedischen Medizin. Traditionell wird es bei rheumatischen Erkrankungen und Verdauungsstörungen eingesetzt. Die in Kurkuma enthaltenen Bitterstoffe regen die Gallenproduktion an. Dadurch wird die Fettverdauung erleichtert und die Leber entlastet. Der gesundheitlich aktive Inhaltsstoff von Kurkuma ist der sekundäre Pflanzenstoff Curcumin. Er senkt den Cholesterinspiegel, wirkt antioxidativ und hilft bei Entzündungen. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Curcumin sowohl vor Krebs als auch vor Alzheimer schützt.

Als Bestandteil von Gewürzmischungen wie z.B. zur Zubereitung von Currys konsumieren Inder im Durchschnitt 1,5 – 2 g Kurkuma pro Tag. Sie haben achtmal weniger Lungenkrebs, neunmal weniger Dickdarmkrebs, fünfmal weniger Brustkrebs und zehnmal weniger Nierenkrebs als Menschen gleichen Alters im Westen. Das, obwohl sie zahlreichen krebserregenden Stoffen in der Umwelt ausgesetzt sind, oft in einem viel größeren Ausmaß als wir. Auch Alzheimer ist in Indien weniger verbreitet als bei uns.

Curcumin gehört zu den Stoffen, die auf dem Weg ins Blut zum größten Teil von der Leber in einen unwirksamen Stoff umgewandelt werden (First-Pass-Effekt). Durch eine Beimengung von schwarzem Pfeffer kann die Bioverfügbarkeit des Curcumins kurzfristig um das Zwanzigfache erhöht werden. Um Curcumin höher dosiert und dauerhaft ins Blut und zu den Zellen außerhalb des Verdauungstraktes zu bringen, gab es ein Forschungsprojekt der Universität Hohenheim unter der Leitung von Dr. Jan Frank. Hier wurde die Bioverfügbarkeit von natürlichem Curcumin Extrakt mit mikronisiertem Curcumin und NovaSOL® Curcumin verglichen. Bei Letzterem wird durch Emulgation das Curcumin micelliert und dadurch kolloidal verfügbar. Die Ende Februar 2014 in einer Doktorarbeit[36] veröffentlichten Ergebnisse der Studie lassen aufhorchen:

„Die höchste Bioverfügbarkeit erreichte man durch das in Mizellen eingeschlossene Curcumin. Damit konnte kurzfristig 453 mal mehr und im 24-Stunden-Schnitt 185 mal mehr Curcumin durch die Leber ins Blut gelangen, als bei der Einnahme von Curcumin-Extrakt als Pulver.“

Labortests an der University of California lassen hoffen, dass Curcumin das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung senkt. Dank seiner chemischen Struktur kann Curcumin die Blut-Hirn-Schranke passieren. Bereits geringe Mengen davon konnten die Bildung von Eiweißplaques im Gehirn von Mäusen verhindern und sogar bestehende Ablagerungen auflösen.

Dies wird nun noch intensiver von einem deutschen Wissenschaftler-Team erforscht. Dr. Gunter Eckert von der Universität Frankfurt sowie die Professoren Gerald Rimbach und Tilman Grune von den Universitäten Kiel und Jena bearbeiten das Thema „Gesundes Altern und Prävention altersabhängiger Demenzen.“

Die Forschung von Dr. Eckert, inwiefern sich durch Curcumin altersbedingte Veränderungen von Gehirnzellen aufhalten lassen, ist bereits in einer Studie[37] veröffentlicht. Er konnte aufzeigen, dass durch die Einnahme von micelliertem Curcumin die Mitochondrienfunktion von Hirnzellen nenneswert verbessert wird. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Abwehr von Neurodegeneration und Alzheimer.

Prof. Dr. Rimbach erforscht, ob die schützende Wirkung des Gewürzstoffes von der persönlichen genetischen Ausstattung abhängig ist. Prof. Dr. Grune forscht, wie Fresszellen im Gehirn durch Curcumin aktiviert werden und zur Beseitigung von beschädigten Zellbestandteilen beitragen können.

Den vierten Forscher, Dr. Jakob Weißenberger von der Uniklinik Frankfurt, beschäftigt die Frage, wie Curcumin das Wachstum von Gehirntumoren hemmt. Koordiniert wird das, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,5 Mio. Euro geförderte Gesamtprojekt, von Dr. Frank, der bereits die vorseitig genannte Bioverfügbarkeitsstudie durchgeführt hat.

Kurkuma mit Schwarzem Pfeffer als Gewürzpulver und in Kapselform ist bereits seit längerem im Handel und mittlerweile ist das in Mizellen eingeschlossene Curcumin unter dem Namen Curcucell* erhältlich. Ich empfehle, die Einnahme beider Produkte zu kombinieren. Die komplette Matrix an Inhaltsstoffen der Gewürzmischung entfaltet ihre Wirkung hauptsächlich im Verdauungstrakt. Curcucell bringt das Curcumin hochdosiert ins Blut und damit in alle Körperzellen.

* Eine Kapsel Curcucell liefert genausoviel bioverfügbares Curcumin, wie 8 g natives Curcumin.

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curcucell

Von der Kurkumapflanze wird das Kurkumarhizom (Curcumae longa rhizoma) verwendet. Es wird auch als Kurkumawurzelstock bezeichnet.

In seinem gut recherchierten und sehr empfehlenswerten „Anti Krebs Buch“ beschreibt David Servan Schreiber, dass Kurkuma zum programmierten Tod von Krebszellen (Apoptose) beiträgt und deren Wachstum hemmt. In Laborversuchen erhöhte es die Wirksamkeit der Chemotherapie.[35]

Kurkuma und Schwarzer Pfeffer können sehr gut an gekochte Gemüse, Suppen oder Salatsoßen gegeben werden. Hier empfiehlt es sich, die Gewürze vor Ihrer Verwendung in der Pfanne zu rösten, denn Untersuchungen an der Universität Saarbrücken ergaben, das das traditionell in asiatischen Ländern praktizierte Rösten der Gewürze die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöht. Eine Doktorarbeit zu diesem Thema beschreibt den Effekt der durch die Pyrolyse entstehenden Curcumin-Derivate in ausführlicher Form.

Zur regelmäßigen Einnahme empfehle ich jedoch Kurkuma+Schwarzer Pfeffer-Kapseln, die bereits die richtige Mischung der beiden Gewürze in Bio Qualität enthalten sollten in Kombination mit Curcucell.

Lesenswert:„Kurkuma – Gewürz & Heilwurzel“ von Robert Schneider auf truenatureverlag.de

Bezugsquellen