Rechtsmilchsäure

Die Nutzung von rechtsdrehender Milchsäure (kurz Rechtsmilchsäure) als Therapeutikum lässt sich weit zurückverfolgen. In den „Adelsstand“ wurde die Milchsäuretherapie aber erst durch die Arbeiten von Prof. Dr. Seeger und Dr. Kuhl erhoben. Ihre Erkenntnisse motivierten viele Therapeuten, Rechtsmilchsäure bei der komplementären Behandlung von Krebs und vielen anderen Erkrankungen einzusetzen.

Eine wesentliche Eigenschaft der Rechtsmilchsäure ist die Korrektur des Blut-pH-Wertes, der als Gegenreaktion zur Übersäuerung des Bindegewebes, zur Alkalose (Basenüberschuss), tendiert. Eine Übersäuerung des Bindegewebes entsteht vor allem durch Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm. Ursache dafür kann u.a. die moderne proteinreiche Ernährung sein, die die Bildung der schlecht abbaubaren linksdrehenden Milchsäure begünstigt. Auch bei Krebserkrankungen tendiert der Blut-pH-Wert, als Gegenreaktion, zur Alkalose. Dies hat fatale Auswirkungen auf die gesamten Stoffwechselvorgänge. So kann die körpereigene Cortisolbildung stark verringert werden, und Adrenalin sowie die Schilddrüsenhormone können ihr Potential nicht mehr richtig entfalten. Bei Einnahme von Rechtsmilchsäure verbindet sich der abgespaltene Wasserstoff mit dem Bikarbonat des Blutes. Das entstehende Kohlendioxyd wird abgeatmet, und der Blut-pH-Wert sinkt wieder auf ein normales Maß. Allein das löst eine wahre Lawine positiver Reaktionen aus.[30]

Ein Ergebnis der Normalisierung des Blut-pH-Wertes ist die gesteigerte Wirkung von Enzymen und Hormonen. Ein anderes ist die Steigerung der Oxidationsfähigkeit der Zellen. Praktisch jede Erkrankung geht mit einer Störung der Oxidation einher, über die unsere Zellen ständig die für das Leben notwendige Energie herstellen. Ist dies eingeschränkt, zwingt dies die Zellen zur Energiebildung durch Gärung. Die daraus resultierenden Folgen können sogar zur Entartung der Zellen führen.

In Krebszellen kann man überdurchschnittlich hohe Konzentrationen an Linksmilchsäure nachweisen. Dies ist auf den besonderen Stoffwechsel der Tumorzellen zurückzuführen. Der Nobelpreisträger Otto Warburg stellte bereits 1924 fest, dass Krebszellen ihre Energie nicht wie gesunde Zellen durch Verbrennung von Traubenzucker zu Kohlendioxid und Wasser gewinnen, sondern durch anaerobe Gärung, bei der die unnatürliche Linksmilchsäure in großen Mengen entsteht.

Diesen Stoffwechselweg beschreiten Krebszellen nicht ohne Grund, denn dadurch wird das natürliche Selbstmordprogramm der Zellen unterdrückt, so dass sie ungehindert wachsen können.

Prof. Seeger konnte nachweisen, dass hochdosierte Rechtsmilchsäure (mindestens 21 %) Krebszellen zu einem aeroben Stoffwechsel bewegen kann. Gleichzeitig werden hohe Mengen von Linksmilchsäure aus dem Körper geschleust. Bei einer Übersäuerung kann man unter dem Dunkelfeldmikroskop eine Zusammenballung der Erythrozyten beobachten (Geldrollenbildung). Rechtsmilchsäure verhindert diese Verklumpung bzw. löst sie wieder auf, so dass ein reibungsloser Blutfluss stattfinden kann. Auch wird das Zellmembranpotential aufrechterhalten. Das ist wichtig für ein einwandfreies Funktionieren der Natrium-Kalium-Pumpe der Zellen und damit für den ungestörten Ablauf aller Stoffwechselvorgänge.[31]

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verdauungssystem

Eine der Grundursachen eines gestörten Darmmilieus ist ein unausgewogener Säure-Basen-Haushalt. Damit einher geht eine Übersäuerung des Gewebes mit vielen krankmachenden Folgeerscheinungen.

Rechtsmilchsäure (RMS) wirkt dem entgegen und hilft maßgeblich bei einer effektiven Milieusanierung des Darms. Die gleichzeitige Einnahme von Probiotika (wie im vorhergehenden Kapitel beschrieben) unterstützt dabei den Aufbau einer gesunden Darmflora.

Die Behandlung von Tumorerkrankungen gehört zweifelsfrei in die Hand eines Facharztes. Der Erhalt der Darmgesundheit durch gesunde Ernährung und Lebensweise liegt jedoch in der Verantwortung eines Jeden selbst. Eine effektive Milieusanierung mit hochdosierter Rechtsmilchsäure (21 %) wirkt den Schäden, die durch die Gewebsübersäuerung entstehen, entgegen und stellt eine wirksame, ganzheitliche Vorbeugemaßnahme gegen moderne Zivilisationskrankheiten dar.

Bezugsquellen