Vitamin D

Vitamin D  ist eigentlich kein Vitamin, sondern ein Prohormon, dass in der Haut mit Hilfe von UV-Licht als Cholecalciferol (D3) gebildet wird und das in Lebensmitteln sowohl in der D3- als auch in der D2-Form (Ergocalciferol) enthalten ist. Beide Formen werden letztlich im Körper zu dem Hormon Calcitriol umgewandelt, welchem eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut sowie beim Knochenaufbau zukommt.

Erst in den letzten 15 Jahren wurde erkannt, dass eine Unterversorgung mit Vitamin D nicht nur zu Rachitis führen kann sondern auf ein Risiko für viele andere ernsthafte Erkrankungen hinweist:

  • Autoimmunerkrankungen
  • (MS, Morbus Crohn, Diabetes I, Lupus erythematodes)
  • Infektionskrankheiten (TB, Atemwegsinfekte)
  • Bluthochdruck (Vitamin D-Mangel verhärtet die Gefäße)
  • Dickdarmkrebs sowie u.a. Brust- u. Nierenkrebs, Leukämie, Pankreaskarzinom
  • Osteoporose
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen (stark erhöhte Herzinfarktgefährdung!)
  • Metabolisches Syndrom
  • Fibromyalgie
  • Demenz und Parkinson – Hirnleistungsstörung
  • Vitamin D ist auch wichtig für die Entwicklung und Funktion des Nerven- und Muskelsystems:
  • Durch Supplementation von Vitamin D lässt sich die Sturzrate von Menschen über 65 Jahren reduzieren.

Eine gute Quelle für Vitamin D sind fettreiche Fische (Lebertran) und Pilze (auch Trockenpilzpulver). Tatsache ist jedoch, dass über die normale Ernährung nur 1 – 4 Mikrogramm pro Tag aufgenommen werden. Der Labor-Messwert für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung ist die 25-Hydroxyvitamin-D-Serumkonzentration im Blut. Liegt diese unter 50 nmol/l, liegt nach Meinung vieler Experten ein Mangel vor. Dies ist bei ca. 60 % der Untersuchten sowohl in Deutschland als auch in Österreich der Fall.

Die DGE und auch das österreichische Gesundheitsministerium haben daher die bisher wesentlich niedrigeren Referenzwerte für Vitamin D angepasst und empfehlen jetzt eine Zufuhr von täglich 20 μg (800 I.E.). Für Säuglinge im ersten Lebensjahr werden nach wie vor 10 μg als ausreichend erachtet.

Die Angaben für Vitamin D werden sowohl in I.E. (Internationale Einheiten) als auch in Mikrogramm (μg) gemacht. 400 I.E. entsprechen 10 μg.

Wie schon erwähnt, werden aber auch diese bereits erhöhten Empfehlungen von Fachleuten als zu niedrig kritisiert. In seinem Buch: „Ohne Sonne kein Leben“[8] führt Prof. Dr. Jörg Spitz – eine der Koryphäen auf dem Gebiet der Vitamin-D-Forschung – an, dass selbst der Blutwert von 50-80 nmol/l noch einen relativen Mangel darstellt. Seiner Meinung nach ist erst bei Werten über 80 nmol/l eine ausreichende Versorgung gegeben. In Sonnenländern sind 135-225 nmol/l normal.

Wenn über einen Labortest ein Vitamin-D-Mangel nachgewiesen ist, kann es Sinn machen, die Depots durch eine einmalige Gabe einer hohen Dosis (z.B. 50.000 I.E.) zunächst einmal aufzufüllen. Meist stellt der untersuchende Arzt dann auch ein Rezept dafür aus. Von einer dauerhaften Gabe von hochdosiertem Vitamin D rate ich jedoch ab. Besser ist es ohnehin, Vitamin D in Kombination mit Vitamin K2 (MK7) einzunehmen, denn zunehmend liefern Studien Beweise dafür, dass gerade diese Kombination bei gesunden Erwachsenen zur Prävention von Osteoporose, Osteoarthritis sowie Herz- und Gefässkrankheiten beiträgt. Daher ist das nächste Kapitel den K-Vitaminen gewidmet.

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sonne_namibiaDie Fähigkeit des Menschen, Vitamin D in der Haut zu bilden, verringert sich mit zunehmendem Alter bis auf ein Drittel (im Vergleich zu einem 20-Jährigen).

Der Bedarf von Vitamin D aus der Nahrung ist um so größer, je weniger Zeit ein Mensch draußen verbringt, was in unseren Breiten ja besonders im Winter eher die Regel ist.

Die derzeitigen, offiziellen Empfehlungen für den Vitamin D-Tagesbedarf werden unter Wissenschaftlern kontrovers diskutiert und im Hinblick auf die Lebensweise in unserer zivilisierten Welt vielfach als unzureichend angesehen.

Damit unser Körper das Calcium – das Dank Vitamin D3 verstärkt im Blut kursiert – auch in die Knochen einbauen kann (und nicht etwa in die Blutgefäßwände), ist Vitamin K2 nötig. Calciumpräparate sollten bei einer Osteoporose-Therapie daher keinesfalls ohne die gleichzeitige Einnahme von Vitamin D3 und Vitamin K2 eingenommen werden. Ich selbst nehme täglich 2 Tabletten K2 + D3 ( je 100 μg K2 (MK7) + 1.000 I.E. Vitamin D3).

Bezugsquellen