Organisches Selen (Natriumselenit)

Der menschliche Organismus benötigt das essentielle Spurenelement Selen zur Bildung von mehr als 30 selenhaltigen Proteinen, die den Körper vor oxidativem Stress und vorzeitiger Zellalterung schützen. Selen schützt die Erbsubstanz DNA, hilft bei der Aufrechterhaltung des Immunsystems und ist ein wichtiger Faktor zur Erhaltung normaler Haut- und Schilddrüsenaktivitäten.

Die Zufuhr von Selen erfolgt beim gesunden Menschen normalerweise in ausreichender Menge über die tägliche Ernährung. Erkrankungen aufgrund einer Mangelversorgung mit Selen findet man in einigen asiatischen Ländern mit extremer Selenunterversorgung. In unseren Breiten können in der Regel nur Frühgeborene, parenteral ernährte Patienten und Alkoholkranke einen Selenmangel entwickeln. In den zu Beginn des Buches diskutierten Ernährungsberichten war daher auch Selenmangel kein Thema.

Wie immer gibt es jedoch etliche Ausnahmen von dieser Regel. Tatsächlich gibt es sogar eine Vielzahl von Erkrankungen und nicht zuletzt auch Nebenwirkungen der Medikation für diese Erkrankungen, die durch die Verschlechterung der Selenresorption einen Selenmangel zur Folge haben können. Dazu zählen Asthma bronchiale, Colitis Ulcerosa, Herz-Kreislauferkrankungen, Hepathitis, Immunschwäche, Rheumatoide Arthritis, die Schilddrüsenerkrankungen Morbus Basedow und Hashimoto sowie die Einnahme von Zytostatika bei einer Chemotherapie, um nur die wichtigsten zu nennen. Antazida, Laxanzien, Zink, hohe Vitamin-C Dosen, Corticoide, Diuretika und CSE-Hemmer (Statine) stören ebenfalls die Selenresorption.

Die Grenze zwischen Selenkonzentrationen, die Mangel hervorrufen und solcher, die toxisch wirken, ist sehr gering. Einigen Quellen zufolge treten schon ab 400 μg pro Tag Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen, Haarverlust, Nagelveränderungen und Erschöpfung auf.[3] Im Zweifelsfall sollte die Selensubstitution mit einem Arzt abgeklärt werden.

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kokosnuss Das Fleisch der Kokosnuss und damit konzentriert auch Kokosraspeln enthalten viel Selen. Zur Deckeung des Tagesbedarfs reicht ein Esslöffel davon. Dies gilt ebenso für zwei Teelöffel Sesamsaat.

Paranüsse gelten zwar als die Spitzenreiter unter den Selenlieferanten aber nur solche aus einem bestimmten Gebiet in Bolivien zeichnen sich durch einen sehr hohen Selengehalt aus.

Schwangere, Stillende, Vegetarier, Veganer, Raucher und Leistungssportler haben einen erhöhten Bedarf an Selen, so dass auch hier eine profilaktische Gabe von 200 μg Natriumselenit pro Tag Sinn macht.[13]

Bezugsquellen