Jod

Jod ist ein unentbehrlicher Bestandteil des tierischen und menschlichen Organismus und wird mit der Nahrung aufgenommen. Am höchsten ist die Konzentration beim Menschen in der Schilddrüse. Es wird dort in den Hormonen Thyroxin und Trijodthyronin sowie als Dijodtyrosin genutzt. Jodmangel im Trinkwasser und in der Nahrung kann eine Vergrößerung der Schilddrüse und damit das Auftreten eines Kropfs (Struma) bewirken.

In Mitteleuropa sind die landwirtschaftlich genutzten Böden vergleichsweise arm an Jodverbindungen. Dies gilt nicht nur für die Alpenregion, sondern auch für die Böden der Küstenebenen in Dänemark und der Niederlande. Die Böden der feuchten Klimazonen sind deswegen so arm an Jod, weil dieses im Laufe der Erdgeschichte ausgewaschen wurde.

Da die haushaltsübliche Jodsalzmenge die Jodversorgung der Konsumenten um lediglich ca. 20 μg täglich erhöht, ist eine ausreichende Jodversorgung mit 180 bis 200 μg pro Tag in Mangelgebieten wie Deutschland somit nur durch den Verzehr von jodhaltigen Nahrungsmitteln wie Meeresfischen oder Nahrungsergänzungsmitteln wie z.B. Kelp-Algen möglich.

Eine schädliche Überdosierung tritt bei einer Einnahme von 500 μg oder mehr pro Tag ein. Bei einer bestehenden Mangelsituation darf diese nur durch eine moderat ansteigende Zufuhr behoben werden, da sonst eine Überfunktion der Schilddrüse entstehen kann.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Jodprophylaxe gibt es in der Schweiz und in Österreich. In Deutschland setzt der Gesetzgeber auf Freiwilligkeit.

Die Jodversorgung lässt sich leicht über eine Messung des Kreatinin-Spiegels im Urin bestimmen.

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kelp
Kelp Algen sind ein guter Jodlieferant.

 

Jodmangel während der Schwangerschaft führt zu mehr oder minder schweren geistigen Behinderungen des Kindes. Dies wurde durch Studien aus allen Teilen der Welt belegt.

Von Seiten der WHO wird geschätzt, dass weltweit etwa 750 Millionen bis eine Milliarde Menschen von Jodmangel betroffen sind. In West- und Zentraleuropa betrifft dies mehr als 380 Millionen Menschen.

Bezugsquellen