Folsäure

Folsäure (Vitamin B9, Folat) kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln natürlich vor. Leber, grüne Gemüse wie Spinat oder Broccoli, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Vollkorngetreide, Hefe, Eigelb sowie Zitrusfrüchte sind besonders reich an Folaten.

Da Folsäure ein hitze- und lichtempfindliches, wasserlösliches Vitamin ist, reduzieren zu lange Lager- und Kochzeiten sowie intensives Wässern den Gehalt an Folaten in unserer Nahrung. Auch intensive UV-Strahlung auf die menschliche Haut reduziert die Folsäure im Körper. Bei hellhäutigen Menschen ist der Effekt besonders stark. Kein Wunder also, dass nur jeder vierte Deutsche, nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, genügend Folsäure aufnimmt.

Folsäure ist für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse wichtig, denn mit ihrer Hilfe werden Bestandteile der Nucleinsäuren (die biologischen Informationsspeicher der Zellen) hergestellt. Aus diesem Grund sollten vor allem Frauen im gebärfähigen Alter eine optimale Folsäureversorgung sicherstellen, denn so lassen sich Neuralrohrerkrankungen der Neugeborenen wie Spina bifida (offener Rücken) vermeiden.

Während in den USA und Kanada ein Folsäurezusatz in Weißmehl gesetzlich vorgeschrieben ist (seitdem kommen dort nur noch halb so viele Kinder mit Neuralrohrdefekt zur Welt), muss man in Deutschland, Österreich und der Schweiz selbst dafür Sorge tragen. In Deutschland kommen Neuralrohrerkrankungen im internationalen Vergleich besonders häufig vor.

Jugendliche im Wachstumsalter benötigen ebenfalls ausreichend Folsäure, da ihr Organismus besonders viele Eiweißverbindungen aufbaut und genetische Informationen
für die neuen Zellen kopiert.

Bei Folsäuremangel steigt der Homocysteinspiegel und damit auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zusammen mit Vitamin B12 ist Folsäure unentbehrlich
für die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark.[3]

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tomaten100 g Tomaten enthalten 33 μg Folsäure. Da sie zum meistverzehrten Gemüse gehören, zählen sie als wichtiger Folsäurelieferant.

Die empfohlene Tagesdosis beträgt für Frauen mit Kinderwunsch 800 Mikrogramm, für alle anderen 400 Mikrogramm.

Ein Mangel an Folsäure kann das Demenzrisiko um das Dreifache erhöhen! Daher ist Folsäure auch in Memoserin enthalten.

Bezugsquellen