Wie Sie Ihren Insulinspiegel „flach“ halten

Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, deren Zucker leicht verfügbar ist, bewirken einen rasch ansteigenden Blutzuckerspiegel. Um die Glukose in die Körperzellen zu transportieren, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Hohe Glukose und Insulinspiegel stören jedoch Regenerations- und Reparaturprozesse unseres Körpers und können das Wachstum von bösartigen Tumorzellen fördern.

Da sich unser Körper vorwiegend nachts regeneriert, macht es Sinn, abends entweder gar nichts zu essen (Dinner cancelling – mindestens 2 x wöchentlich)[17] oder zumindest nicht so spät (nicht nach 16:00 Uhr, keinesfalls nach 20:00 Uhr). Bei der Abendmahlzeit sollten kohlenhydratarme Nahrungsmittel bevorzugt werden (kein Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln, Obst, Süßigkeitenetc.).

Auch tagsüber ist es sinnvoll, die Zufuhr von Glukose gering zu halten. Ein Leistungstief, gepaart mit plötzlicher Müdigkeit und oft auch mit einer Heißhungerattacke 2-3 Stunden nach einem kohlenhydratreichen Mahl, hat jeder schon erlebt. Ursache ist oft eine extreme Senkung des Blutzuckerspiegels durch eine starke Insulinausschüttung.

Eine übermäßige Insulin-Gegenreaktion ist beim Verzehr von Grundnahrungsmitteln meist nicht der Fall. Generell gilt: je weniger ein Nahrungsmittel „industriell bearbeitet“ ist, desto mehr Arbeit muss der Körper selbst leisten, um die Kohlenhydrate in Glukose umzuwandeln und desto moderater ist die Insulinreaktion.

Agavendicksaft wird oft als gesunde Alternative zum Zucker beworben. Ich rate jedoch davon ab und zwar aus folgenden Gründen: Agavendicksaft besteht, wie auch Zucker aus den Monosacchariden Glucose und Fructose. Er enthält jedoch bis zu 80 % mehr Fructose als als herkömmlicher Haushaltszucker! Die Fructose ist zwar 1,73-mal süßer als Glucose, hat jedoch den Nachteil, dass sie die Wirkung des Sättigungshormons Leptin im Gehin unterdrückt. Im Endeffekt süßen oder essen Sie also mehr, weil Sie kein richtiges Sättigungsgefühl mehr haben.

zum nächsten Kapitel >Der glykämische Index

Bei Personen, die Nahrungsmittel mit hoher Zuckerfreisetzung ins Blut zu sich nahmen, wurde in groß angelegten Studien eine Verdoppelung von Diabetes II, Herzinfarkten und Tumorerkrankungen festgestellt.

Forscher der Universität Sydney fanden heraus, dass insbesondere die Kombination aus Eiweiß und Kohlenhydraten (z.B. Fruchtjoghurt) den Insulinspiegel extrem ansteigen lassen und daher als ungesund einzustufen sind. Unerwarteterweise fanden die Forscher auch bei Fleisch und Käse, die praktisch kohlenhydratfrei sind, einen verhältnismäßig hohen Insulin-Index.[18]

Gesunde Alternativen zum Zucker sind Xylit, Kokosblütenzucker und Kokosblütennektar.